Kommentar von Dr. York Fusch,
Vorsitzender NiedersachsenMetall
Wenn sich die Bundesbürger in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren einmal fragen, wann die Sache mit der demographischen Entwicklung eigentlich konkret angefangen hat, dann werden sie wohl unweigerlich auch auf das Jahr 2002 zu sprechen kommen. Denn in diesem jahr wurde deutsche Geschichte geschrieben: Nie zuvor lebten in der Bundesrepublik mehr Menschen – nämlich ziemlich genau 82,537 Millionen. Seitdem geht es bergab.
Was es heißt, wenn eine Gesellschaft schrumpft und zugleich überaltert, wird der Arbeitsmarkt schon in wenigen Jahren zu spüren bekommen. Wenn nämlich um das Jahr 2015 herum einerseits die Babyboomer scharenweise in Rente gehen und andererseits ihre Nachfolgegenerationen zahlenmäßig immer kleiner werden – dann wird sich die Relation zwischen Erwerbstätigen und Rentnern deutlich verschlechtern. Immer weniger Beitrags- und Steuerzahlen müssen dann also für immer mehr Leistungsempfänger aufkommen.
Alle gesellschaftlichen Gruppen sind deshalb gefordert. Die Unternehmen tun gut daran, den Erfahrungsschatz älterer Arbeitnehmer zu nutzen oder verstärkt auf familienfreundliche Arbeitsplätze zu setzen. Als Verband werden wir nicht nachlassen, junge Menschen für einen Beruf in unserer Branche zu begeistern. Es liegt in unserer Verantwortung, dass sich die deutsche Volkswirtschaft in Zeiten von immer mehr Konkurrenten behaupten kann.