Befristete Jobs sind der Bypass am verkrusteten Arbeitsmarkt
Dr. Volker Schmidt zur Bedeutung befristeter Arbeitsverhältnisse
Kritiker bemängeln, dass der Anteil befristeter Arbeitsverträge zwischen 2001 und 2009 von 32 auf 47 Prozent geklettert sei. Tatsächlich ist dies kein Grund zur Klage, sondern vielmehr zum Jubel. Denn erst so wird Arbeit an vielen Stellen ermöglicht, wo sonst keine wäre. Richtig ist, dass befristete Beschäftigungsverhältnisse zu dem massiven Arbeitsplatzanstieg im letzten Aufschwung beigetragen haben und sie im Jahr 2009 in der Metall- und Elektro-Industrie viel Schlimmeres verhindert haben.
Dieses Instrument bietet den Unternehmen die Chance, Mitarbeiter in guten Zeiten einzustellen. Sie haben dann den Fuß in der Tür zu einer festen Anstellung. Für immerhin rund die Hälfte von ihnen wird später daraus ein unbefristeter Job. Es ist also der Bypass um einen ansonsten verkrusteten deutschen Arbeitsmarkt.
Gerade jetzt in der Krise benötigen die Unternehmen diesen wichtigen Puffer. Viele Unternehmen haben schließlich den schlimmsten Konjunkturabsturz in ihrer Geschichte hinnehmen müssen. Auch deshalb haben wir in Niedersachsen gemeinsam mit der IG Metall den Tarifvorbehalt des Teilzeit- und Befristungsgesetz im Tarifvertrag genutzt: Jetzt haben unsere Unternehmen dauerhaft die Möglichkeit, befristete Arbeitsplätze von zwei auf vier Jahre auszudehnen.