Pressemeldung vom 04. Juni 2010

Hauptgeschäftsführer Dr. Volker Schmidt: „Unsere Betriebe und Beschäftigten haben sich als enorm anpassungsfähig erwiesen“

Aktuelle Konjunkturumfrage belegt: Schwerster Wirtschaftseinbruch der Nachkriegsjahre ist überwunden

Hannover – 4. Juni 2010. „Der schwerste Wirtschaftseinbruch der Nachkriegsjahre ist überwunden. Gleichwohl besteht zur Euphorie kein Anlass.“ Dieses Fazit zieht Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer der im Haus der Industrie zusammengeschlossenen Arbeitgeberverbände, aus der traditionellen Konjunkturumfrage im Frühsommer 2010. Sie war gerichtet an 700 Unternehmen aus der Metall- und Elektro-, Kautschuk- und Verpackungsindustrie sowie der Allgemeinen Arbeitgebervereinigung Hannover.

„Wir sind sehr froh und auch ein Stück weit stolz darüber, dass es wieder aufwärts geht. Unsere Betriebe haben sich mit ihren Beschäftigten als enorm anpassungsfähig und stabil erwiesen“, so der Arbeitgeberchef weiter. Schmidt spricht von einer Verantwortungspartnerschaft, die aus der Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften gewachsen sei.

Die Umfrage belegt, dass in der Metall- und Kautschuk-Industrie zwei Drittel der Betriebe von einem Anstieg der Produktion ausgehen. Basierend auf dem schwachen Krisenniveau fällt der erwartete Anstieg für viele relativ hoch aus (34 Prozent der Metall- und Elektro-Betriebe zwischen 5 bis 10 Prozent, 42 Prozent sogar über 10 Prozent). Dennoch produziert die Hälfte der Unternehmen noch um 20 Prozent und mehr unter dem Vorkrisenniveau des Jahres 2008. Schmidt: „Bis wir unsere Kapazitäten wieder voll auslasten können, wird es noch zwei, drei Jahre dauern.“

Beschäftigung: Flexible Instrumente sorgen für deutliches Plus

Die Umfrage hat auch ergeben, dass die Industrieunternehmen der größte Beschäftigungsmotor in Niedersachsen bleiben. So planen ein Drittel der Metall-, und fast die Hälfte der Kautschuk-Unternehmen im Jahr 2010 zusätzliche Mitarbeiter einzustellen. Dabei sind Zeitarbeitnehmer (50 Prozent Metall-, 70 Prozent Kautschuk-Industrie) und befristete Beschäftigte (38 Prozent Metall-, 18 Prozent Kautschuk) die große Mehrheit. „Dieses belegt, dass der gegenwärtige Aufschwung von den Firmen mit Vorsicht gesehen wird“, so Schmidt. „Zeitarbeit ist für unsere Betriebe unverzichtbar. Nur so können sie flexibel auf kurzfristige Auftragsschwankungen reagieren.“ Laut der jüngsten Umfrage der Verbände beschäftigt deshalb nur jedes fünfte Metall-Unternehmen Zeitarbeitnehmer länger als 12 Monate. Schmidt: „Genau dazu ist das Instrument Zeitarbeit auch gedacht, als Ausgleichsinstrument, nicht als stehendes Heer, um die Kosten zu senken.“

„Dinosaurier der Arbeitsmarktregulierung muss endlich abgeschafft werden“

Der Arbeitgeberchef bricht eine Lanze für mehr Instrumente zur flexiblen Personalplanung und fordert eine Lockerung des Teilzeit- und Befristungsgesetzes. Es häuften sich die Fälle in den Unternehmen, wo Mitarbeiter heute nicht befristet eingestellt werden könnten, weil sie etwa in der Studentenzeit bereits einmal befristet in dem betreffenden Unternehmen gearbeitet haben. „Das Teilzeit- und Befristungsgesetz ist in diesem Punkt absolut praxisfern. Dieser Anachronismus, dieser Dinosaurier der Arbeitsmarktregulierung muss endlich abgeschafft werden. Arbeitswilligen Menschen wird die Chance auf einen Arbeitsplatz genommen.“ Notwendig sei eine Änderung des Gesetzes, indem ein vernünftiger Zeitrahmen gesetzt werde. So sollte künftig ein enger sachlicher Zusammenhang zwischen zwei befristeten Beschäftigungsverhältnissen nicht mehr gesehen werden, wenn zwischen den Befristungen  ein Zeitraum von mindestens zwei Jahren liegt.“

NiedersachsenMetall verweist in diesem Zusammenhang auch auf die Nutzung des  Tarifvorbehalts im Teilzeit- und Befristungsgesetz, in dem man gemeinsam mit der IG Metall die Möglichkeit der Befristung von zwei auf  vier Jahre heraufgesetzt habe. „Auf diese Weise haben wir binnen kurzer Zeit Hunderten von Menschen den Job erhalten“, so Schmidt.

Kreditvergabe: Warnung vor Sprengsatz im Prozess der wirtschaftlichen Erholung

Noch keine endgültige Entwarnung zeichnet sich bei der Kreditvergabe ab. So sprechen immerhin vier von zehn Unternehmen der Metall- und Kautschukindustrie davon, dass die Kreditvergabe restriktiver als im 2009 ausfällt.

„Es ist zwar nicht untypisch für einen nach oben gerichteten Konjunkturverlauf, dass es zu Finanzierungsschwierigkeiten kommt. Wir müssen aber wachsam sein und aufpassen, dass hier nicht ein Sprengsatz im Prozess der wirtschaftlichen Erholung entsteht“, mahnt Schmidt. Die Unternehmen hätten sich in der Krise als stabil, belastbar, leistungs- und anpassungsfähig erwiesen. „Ohne eine ausreichende Kreditversorgung verkümmert das Innovationspotenzial unserer Unternehmen. Werden die Banken ihrer Aufgabe erneut nicht gerecht, steuern wir  von der ersten bank-gemachten Krise in das nächste bank-gemachte Konjunkturtief.“

 


 

 

 
 
 
 

Video zur Konjunkturumfrage

Video zur Konjunkturumfrage

Video zur Konjunkturumfrage

Ansprechpartner

Werner Fricke
Kommunikation
Leiter des Bereiches

Werner Fricke

Tel: 05 11 / 85 05 - 293

Fax: 05 11 / 85 05 - 291

Werner Fricke
Kommunikation
Leiter des Bereiches

Werner Fricke
Tel: 05 11 / 85 05 - 293
Fax: 05 11 / 85 05 - 291