Pressemeldung vom 25. Februar 2010

Tarifparteien übernehmen Abschluss von NRW

Verantwortungspartnerschaft für den Standort Niedersachsen. NiedersachsenMetall-Hauptgeschäftsführer Volker Schmidt: „Das ist ein Gütesiegel für den Industriestandort Deutschland und für die Soziale Marktwirtschaft“

Hannover – 25. Februar 2010. NiedersachsenMetall und IG Metall haben sich heute darauf verständigt, das in Nordrhein-Westfalen vereinbarte Tarifergebnis weitgehend zu übernehmen. „Es ist uns gelungen, einen weitsichtigen Ausgleich zwischen betriebswirtschaftlicher Notwendigkeit und beschäftigungspolitischer Verantwortung herzustellen. Das Ergebnis steht für eine neue Verantwortungspartnerschaft von Arbeitgebern und Gewerkschaften für die Betriebe und die Beschäftigten bei allen natürlichen Interessengegensätzen, die es zwischen den Tarifvertragspartnern geben muss“, sagte NiedersachsenMetall-Hauptgeschäftsführer Dr. Volker Schmidt. Besonders hervorzuheben seien der Stil und die Sachlichkeit, mit der über Monate hinweg unaufgeregt und ohne Getöse sondiert und verhandelt wurde.

Die Verhandlungsführer (von links): Martina Manthey und Hartmut Meine
für die IG-Metall sowie Dr. Volker Schmidt und Wolfgang Niemsch für die
Arbeitgeber (Foto: Schakat | Vergrößerung per Klick auf das Bild).



Schmidt: „Das ist ein Gütesiegel für den Industriestandort Deutschland und für die Soziale Marktwirtschaft in unserem Land. Das ist gelebte Sozialpartnerschaft.“

Die Metallarbeitgeber hoben hervor, dass man es in dieser Tarifrunde nicht mit einer üblichen Tarifrunde zu tun gehabt habe. Die Lage in der Metall- und Elektroindustrie sei nach wie vor extrem angespannt:

Schmidt: „Gut 30 Prozent der Kapazitäten liegen brach. Erstmals seit 1945 erwirtschaftet unsere Branche rote Zahlen. Trotzdem haben wir unsere Beschäftigung weitgehend gehalten.“

Das Tarifergebnis umfasst vor allem zwei Punkte:

  • Die im April auslaufenden Entgelt-Tarifverträge werden für 11 Monate verlängert. Die Beschäftigten in der M+E-Industrie erhalten zwei Einmalzahlungen von je 160 (Auszubildende: je 60) Euro, die am 1. Mai und am 1. Dezember 2010 ausgezahlt werden. Zum 1. April 2011 werden die Tabellenentgelte für eine Laufzeit von 12 Monaten um 2,7 Prozent erhöht. Der Beginn dieser Tabellenerhöhung kann durch freiwillige Betriebsvereinbarung um zwei Monate nach vorne oder hinten verschoben werden.
  • Mit dem neuen Tarifvertrag „Beschäftigung, Kurzarbeit, Qualifizierung“ (TV BKQ) können die Kosten der Kurzarbeit gesenkt, indem Urlaubs- und Weihnachtsgeld auf 12 Monate verteilt und in die Berechnung des Kurzarbeitergeldes einbezogen werden. Zudem schafft dieser Tarifvertrag weitere freiwillige, bis Mitte 2012 befristete Alternative zur gesetzlichen Kurzarbeit: Die Arbeitszeit kann bis auf 25 Stunden sinken, die Arbeitnehmer erhalten einen Teillohnausgleich.


Werner Fricke
0172-5105912



Weitere Informationen für Verbandsmitglieder:
Übernahme des Pilotabschlusses von NRW
(Tarifrundschreiben vom 25.02.2010)


Weitere Informationen:
Verantwortungsbewusstsein für den Standort Niedersachsen
(Kommentar von Dr. Volker Schmidt vom 25.02.2010)

 
 
 
 

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